“Wenn ich im realen Leben ins Museum gehe, mich in Geschäften umsehe und bar zahle, kann ich dabei völlig anonym sein. Das muss mir auch im Internet möglich sein. Mein Recht auf Anonymität heißt auch: Wenn ich im Netz jemandem schreibe, mit ihm telefoniere oder eine Videokonferenz abhalte, muss ich diese Unterhaltung privat führen können, ohne dass Dritte technisch in der Lage sind, mitzuhören.”
“Hey du! Jo, jenau du. Setz ma nen Fuß vor deine Tür. Jaaa, so isses richtich, nich von dem Porsche Cayenne anpissen lassen. Bitte umdrehn. Jetze kiek dir ma die Fassade von euern Haus an. Schon pastelljelb, -rosa oder -grün anjemalt? So voll die Bonbonfarbenhölle wie im Prenzlberg? Na dann weeste ja eh schon, wat die krass hohen Mieten mit deinem Konto anstelln und wir können uns det Jeseier spar‘n. So, wieder umdrehn, jetze jehn wa ma nen paar Meter jemeinsam durch n Kiez.
Eh, pass uff, nich von dem dicken Mercedes da umfahr‘n lassen! Puh. Die nächste Straße ooch rüber, bitte. Neee, nich über rot, die Cops kieken dir eh schon doof an. Und die Kamera da oben – höher! - richtig, da, die hat dir ooch schon uff‘m Kieker. Wir jehn vorbei an »Starbucks«, dem schickn neuen Café mit Latte to go. Jo, lecker Café, wissen wa, aber kostet janz schön Knete! Nen Fünfer für nen Pappbecher! Ham wa nich. Woher nehmen, wenn nich stehlen? Obwohl!?
Also weiter die Straße lang, nich von dem Managermutanten ablenken lassen, bitte vooorsichtig die Touri-Meute vor dem neuen Glasjlitzerpalast hier umrunden. Wenn da mal nicht ausversehen ne Scheibe kaput jeht. Achtung! Dit war knapp, die schwarzen Rollkoffa bitte immer weit umjehen! So, nun sind wa am Ende deiner Straße anjelangt, vor dem Edelschick-Yuppie-Secondhand mit Pullis für 72 Euro - und nem Pali mit Glitzer!? Ick gloobs nich. Voll krass hässlich, kiek lieba ma uff deine Straße. Kiek se dir juuut an. Vor nen paar Jahren wohnten hier noch janz andere Leute, wa? Tröste dir, ooch du wohnst hier nicht mehr lang. Ne fette Mieterhöhung wartet in deinem Briefkasten uff dich. Und bald wohnst och jwd.
Halt, dit Pils hilft jetz ooch nich weita! Stimmt, den rot-roten Senat besuchen, dit wär mal janz nett. Jo, über 150 000 Wohnungen privatisiert, wissen wa doch! Arschlöcher, uff jeden!!! Aber wat willstn machen? Wählen? Globste doch wohl selbst nich! Mietobergrenzen sachste? Jute Idee! Immobilienfirmen enteignen? Dit wär toll! Jemeinsam kriegen wa det hin! Jo, jenau, nehm‘ wa uns die Stadt zurück!!!
(alter Demoaufruf zur Demo geg. Gentrifizierung 3.9.11)”